Anleitung zu den 6 Nebenübungen

Hier finden Sie zu jeder Nebenübung eine ausführliche Anleitung als Audio. Sie können die Anleitung hier anhören oder als MP3 herunterladen.

1.Nebenübung – Denken

Die Konzentrationsübung des Denkens: Man wählt einen einfachen, sachlichen Handlungsablauf (z.B. Faden durchs Nadelöhr) und stellt sich jeden Schritt konkret vor – ohne Emotionen. Die Vorstellungen müssen bis zum Schluss klar bleiben.

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1. Nebenübung – Denken

Die erste der sechs Nebenübungen ist die Gedankenkontrollübung, die Konzentrationsübung. Man macht einen Handlungsablauf – etwas ganz Einfaches. Es kennt jeder: Faden durchs Nadelöhr. Man kann jede Übung, die man als Sprungbrett nimmt, monatelang nehmen, wenn nur die Aktivität ankommt. Nehmen wir den Handlungsablauf für den Vorgang, wenn ich einen Faden durch ein Nadelöhr bekommen möchte.

Erste Vorstellung: Da liegt die Nadel auf dem Tisch bereit. Die Nähnadel auf der rechten Seite von mir liegt der Faden bereit, zugespitzt am Ende – nicht mit Spucke, sondern mit Wasser.

Erste Handlung: Ich ergreife mit der linken Hand zwischen Daumen und Zeigefinger die Nadel, so dass das Nadelöhr noch rausschaut.

Zweite Vorstellung: Ich ergreife das Fadenende mit Daumen und Zeigefinger, so dass das zugespitzte Fadenende noch rausschaut.

Dritte Vorstellung: Ich führe das Fadenende so vor meine Augen, dass für meine Augen Licht durch das Nadelöhr scheint.

Vierter Schritt: Ich führe das Fadenende so vor das Nadelöhr, dass das Drama gleich beginnen kann.

Man kann einen Sachzusammenhang wählen und von A bis Z zu Ende durchgehen – 2 bis 5 Minuten. Es muss einfach sein, nüchtern, kühl, sachlich, stimmig, prüfbar – keine Emotionen dürfen eine Rolle spielen.

Worauf kommt es an? Die Vorstellungen so zu Ende führen, dass nichts sie stört – kein Telefon, keine Haustür. Am Ende muss die Konkretheit der Vorstellungen erhalten bleiben bis zum Schluss.

Was muss ich leisten? Ich muss keine Steigerung meiner Konzentrationskraft leisten – aber wenn man das jeden Tag macht und sich bemüht, die Widerstände in sich selbst zu überwinden, dann merkt man nach zehn Vorstellungsschritten: Es regt sich alles aus dem Unterbewusstsein, um gegen diese Konzentrationsanstrengung anzugehen.

Die Konkretheit der Vorstellungen soll erhalten bleiben, und das fordert eine Steigerung des Willens. Man kann diesen Zwischenraum auf 2 Minuten ausdehnen: Vorstellung 1 – dann ist hier die Vorstellung Fadenende – jetzt gehe ich zur Vorstellung aktiv werden an Vorstellung Nadel zwischen Daumen Zeigefinger genau anschauen.

Jetzt – wie fühle ich diese 2 Minuten dazwischen? Ich löse mich von der Vorstellung – das ist eine Willensaktivität. Ich beobachte die Willensaktivität, die zwischen den Vorstellungen stattfindet.

Man spürt eine Kraft – es ist deutlich eine Kraft, die das Denken selbst zum Flammen bringt. Und das ist wichtig: Es gibt bei Sufis die Methode, das Denken leer zu machen. Aber bei Steiner ist es nicht-leeres Denken, sondern von Vorstellungsinhalten befreites Denken, das hochaktiv ist.

Im Zwischenraum zwischen den Vorstellungen spielen keine Emotionen mit, weil ich die Kontrolle habe. Alles, was im Spirituellen erscheinen soll, muss kompromisslos auf dem Erscheinungsfeld der Denkkraft erscheinen.

Das Ziel: Wir beginnen, die Denkkraft zu beobachten. Hirngebundenes Denken wird von hirnfreiem Denken beobachtet. Die Kraft des Denkens ist Leben, ist Äther. Und dann können wir eines Tages nicht mehr nur die Kraft des Denkens auf der Hirntastatur anschauen, sondern wir schauen die Kräfte in der Welt überhaupt.

Das ist der intuitive Zugang zur geistigen Welt durch Imagination, Inspiration und dann die Intuition. Es wird ein langer Weg sein – aber er wird sich lohnen.

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2.Nebenübung – Wille

Die Willensübung: Man entscheidet sich für eine sinnlose Tätigkeit (z.B. Daumen auf kleinen Finger drücken) zu einer festen Uhrzeit und führt sie aus – nicht weil es sinnvoll ist, sondern weil man es sich vorgenommen hat.

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2. Nebenübung – Wille

Die zweite Nebenübung ist die Willensübung. Es gibt verschiedene Methoden, den Willen zu üben. Eine einfache Übung: Man entscheidet sich zu einer festen Uhrzeit für eine bestimmte Handlung, die an sich sinnlos ist – zum Beispiel den Daumen auf den kleinen Finger zu drücken oder ähnliches.

Worauf es ankommt: Man muss diese Handlung ausführen, nicht weil sie sinnvoll ist, sondern weil man sie sich vorgenommen hat. Das ist der entscheidende Punkt: Der Wille wird trainiert, unabhängig von Neigung oder Abneigung.

Diese Übung kann man über Wochen oder Monate durchführen. Wichtig ist die Regelmäßigkeit und die Bewusstheit der Entscheidung.

Durch diese Übung entwickeln wir die Fähigkeit, nicht aus Gewohnheit oder Impuls zu handeln, sondern aus freiem Willen. Wir werden zu Herren unserer eigenen Handlungen statt Sklaven unserer Instinkte.

Der Wille ist die Kraft, die uns befähigt, unsere Gedanken und Gefühle in Taten umzusetzen. Ohne einen starken Willen sind wir Spielball unserer Emotionen und äußeren Umstände.

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3.Nebenübung – Fühlen

Wie im Traum werden wir von Gefühlen (Ärger, Freude, Niedergeschlagenheit) hin und her geworfen. Die Übung fordert uns auf, statt ausgeliefert zu sein, Gleichmut zu entwickeln – nicht Gleichgültigkeit, sondern das Fühlen bewusst zu lenken.

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3. Nebenübung – Fühlen

Die dritte Nebenübung betrifft das Fühlen. Wie im Traum werden wir von Gefühlen wie Ärger, Freude, Niedergeschlagenheit hin und her geworfen. Die Übung fordert uns auf, statt ausgeliefert zu sein, Gleichmut zu entwickeln.

Gleichmut bedeutet nicht Gleichgültigkeit, sondern das Fühlen bewusst zu lenken. Wir lernen, unsere Gefühle zu beobachten, ohne uns von ihnen überwältigen zu lassen.

Diese Übung hilft uns, im Alltag nicht mehr so stark von Emotionen geleitet zu werden. Wir entwickeln eine innere Stabilität, die uns erlaubt, klar zu denken und vernünftig zu handeln, auch wenn uns starke Gefühle bewegen.

Das Ziel ist es, ein gesundes Verhältnis zu unseren Gefühlen zu entwickeln – weder unterdrücken noch ausleben wir sie blind, sondern wir lenken sie bewusst.

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4.Nebenübung – Positivität

Die Kraft von Sympathie und Antipathie bewusst für die Phänomene schenken, nicht gegen sie. So wird der Wille geschult, ohne von persönlichen Abneigungen geleitet zu sein.

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4. Nebenübung – Positivität

Die vierte Nebenübung handelt davon, die Kraft von Sympathie und Antipathie bewusst für die Phänomene zu schenken, nicht gegen sie.

In unserem Alltag urteilen wir ständig über Menschen, Situationen und Dinge – wir empfinden Sympathie oder Antipathie. Diese Übung lehrt uns, diese Gefühle bewusst zu steuern.

Wir lernen, die Welt mit offenen Augen zu betrachten, ohne sofort zu urteilen. Wir schenken unserer Aufmerksamkeit den Phänomenen, anstatt uns von persönlichen Abneigungen leiten zu lassen.

Dadurch wird der Wille geschult und wir gewinnen eine größere Freiheit im Denken und Handeln.

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5.Nebenübung – Unbefangenheit

Die Übung der Unvoreingenommenheit. Sympathie und Antipathie zurücknehmen und die Welt neutral betrachten. Eine Entdeckungsreise hinaus in die Welt, frei von voreiligen Urteilen.

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5. Nebenübung – Unbefangenheit

Die fünfte Nebenübung ist die Übung der Unvoreingenommenheit. Es geht darum, Sympathie und Antipathie zurückzunehmen und die Welt neutral zu betrachten.

Wir üben uns darin, Menschen und Situationen nicht sofort zu bewerten, sondern offen und ohne Vorurteile entgegenzutreten. Eine Entdeckungsreise hinaus in die Welt, frei von voreiligen Urteilen.

Diese Übung erweitert unseren Horizont und macht uns toleranter. Wir lernen, die Welt so zu sehen, wie sie ist, nicht wie wir sie gerne hätten.

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6.Nebenübung – Gleichgewicht

Die fünf vorherigen Übungen in eine Zusammenschau bringen. Gleichgewicht halten zwischen allen Talenten und Fähigkeiten – das Herz zeigt täglich, wie dieses Zusammenspiel gelingt.

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6. Nebenübung – Gleichgewicht

Die sechste Nebenübung bringt die fünf vorherigen Übungen in eine Zusammenschau. Es geht darum, Gleichgewicht zu halten zwischen allen Talenten und Fähigkeiten.

Das Herz zeigt uns täglich, wie dieses Zusammenspiel gelingt. Wir lernen, die verschiedenen Aspekte unserer Persönlichkeit in Harmonie zu bringen.

Diese Übung ist die Krönung des Übungsweges – wir streben nach innerer Ausgewogenheit und Ganzheit.

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